Umgeschaut haben wir uns zunächst bei den Hobbyschraubern – ein geselliges Völkchen, das gerne plaudert und Tricks verrät. Und siehe da: Mit nur ein paar Handgriffen lässt sich ein Mofa, Moped oder Roller „aufmotzen“. Aber nicht alles ist für den öffentlichen Straßenverkehr gedacht.

08/15 war gestern – einzigartig ist heute


Halten wir erstmal fest: Tuning bezieht sich auf eine optische und technische Verwandlung. Optischen Verschönerungen sind in kreativer Hinsicht dabei kaum Grenzen gesetzt – zumindest rechtlich gesehen. Ein frischer Lack etwa tut immer gut – zum Beispiel vorne Pink, hinten grün. Oder Sie machen aus Ihrem Flitzer mit flotten Aufklebern einen Eyecatcher.
Welche optische Verschönerung zu Ihrem Zweirad passt, hängt vom Modell ab. Das ist wie beim Friseur. Zu seltenen Retro-Maschinen beispielsweise passen eher klassische Farben wie Schwarz oder Creme. Bei neueren Modellen darf es ruhig etwas schriller sein. Für alle gilt: lieber vorher gründlich überlegen, was man mag und wie es genau aussehen soll. Eine grundlegende äußere Umwandlung ist nicht nur teuer, sondern lässt sich womöglich auch nicht mehr rückgängig machen. Machen Sie das Lackieren im Alleingang, ist in jedem Fall ein erster Entwurf mit Stift und Papier ratsam.

Spaß. Spaß. Spaß


Klar. Das dürfen wir an dieser Stelle nicht vergessen: Vor allem soll Mofa- oder Scooter-Fahren Spaß machen. Und dazu gehört auch das Tüfteln bis das Gefährt einzigartig ist. Lässig wird es zum Beispiel mit einem smarten Rennhöcker – zu Neudeutsch Sportsitz. Der macht das Gesamtbild gleich wesentlich sportiver. Einen Freund oder eine Freundin mitnehmen fällt in Zukunft dann allerdings leider aus. Denn auf dem ergonomischen Kissen hat nur noch einer Platz. Auch die praktische Mofatasche muss dem Höcker weichen.
Es gibt Unmengen an Sonderzubehör. Dazu zählen neue Blinklichter, ein verkürzter Spritzschutz, neue Seitenflächen oder schicke Spiegel. Aber Achtung! Zubehör wird von den zuständigen Verkehrsämter und Sachverständigen sehr kritisch beäugt. Neue Spiegel zum Beispiel sind nur dann erlaubt, wenn die Spiegelfläche ausreichend groß ist.
Strikt verboten ist das muntere Anmontieren von neuen Leuchten – etwa Unterbodenbeleuchtung oder farbige LEDs – auch wenn sie noch so schön sind im Dunkeln. Logisch, dass auch am Tacho nichts getürkt werden darf.

Vom Knatterchen zur Rennmaschine


Damit sind wir schon beim beliebtesten Thema in der Mofaszene! Dem technischen Tuning. Leider vorne Weg die Desillusion: Lassen Sie die Finger von der Drossel! Ja, schade. Nur ein paar Handgriffe und der lahme Ritt auf dem Roller wird zur Gaudi. Aber: Frisieren reduziert die Sicherheit Ihres Zweirads!
Die Polizei kennt da auch kein Pardon. Wer sein Mofa nicht nur optisch tunt, sondern auch schneller macht oder den Hubraum unzulässig vergrößert, ohne sich das amtliche OK einzuholen, hat mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen.
Erwischt Sie die Polizei und der Schwindel fliegt auf, fällt das sage und schreibe unter „Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis“. Und das wiederum ist eine Straftat. Konsequenz: Die Papiere, das Versicherungskennzeichen und im schlimmsten Fall auch das Vehikel selbst finden erstmal bei der Verkehrsbehörde Unterschlupf. Mit dem Tuning erlischt nämlich auch die Betriebserlaubnis für das Zweirad. Das heißt, es muss erst wieder in den Urzustand versetzt werden, bevor es wieder auf die Straße darf. Bedeutet: rein mit der Drossel. Und zwar in einer Fachwerkstatt. Denn deren Rechnung ist gleichzeitig der Beweis für den Rückbau. Puh. Das wird nicht billig!
Auch versicherungstechnisch – zum Beispiel bei einem Unfall – hat unerlaubtes Frisieren schwerwiegende Konsequenzen. Bei der wgv greift Ihre Versicherung nur dann wenn Ihr Mofa oder Roller die von Ihnen angegebene Hubraumgröße und Höchstgeschwindigkeit nicht überschreitet. Wenn sich hier etwas ändert, müssen Sie sich das also amtlich absegnen lassen und in der Betriebserlaubnis bzw. im Fahrzeugschein ändern lassen. Dann fahren Sie wieder himmelblau.
Crashtest: Durchgefallen

Experten warnen bei Pimpen droht Unfallgefahr. Denn gerade die leichten, wendigen Flitzer sind nicht ohne Grund nur auf wenig Stundenkilometer ausgelegt. Auf mehr Speed sind sie nicht eingestellt – ganz abgesehen von ihren häufig noch ungeübten Fahrern. Laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer ist generell das Risiko, im Straßenverkehr lebensgefährlich verletzt zu werden für einen Mofa- und Mopedfahrer sechs Mal höher als für einen Autofahrer. Und bei einer erhöhten Geschwindigkeit von über 55 Kilometer pro Stunde steigt die Gefahr noch mal um ein Vielfaches. Also: auf Nummer sicher gehen!

Informieren im Web


Fassen wir zusammen: Technisches Tuning ist nur dann erlaubt, wenn dies keine unzulässige Leistungssteigerung am Zweirad bedeutet und die allgemeine Betriebserlaubnis nicht untergraben wird. Der TÜV muss auch sein Okay dazu geben.
Zahlreiche Tipps, was erlaubt ist und wovon man lieber die Hände lassen sollte, gibt’s im Internet bei motorroller-info.de oder bei Topscoots.
Sich zu diesem Thema mit anderen Mofaliebhabern und Hobbyschraubern austauschen kann man zum Beispiel im Forum tunsty.net.

und wenn Sie ein Mofa- Mopedkennzeichen brauchen: einfach wgv Telefon 0711 317667 anrufen oder schicken Sie eine email an: helmut.halt@wgv.de

Die Beitragstabelle im web: www.wgv-versicherungen-esslingen.de